Lara Leon-Ser

„Nah ran“- wenn Lara Leon-Ser malt, scheint sie die Szenen zu sezieren, vergrößert Teile eines Ganzen, oder wählt nur einen Ausschnitt. Diese gezielte Fokussierung, wie ein Blick durch die Lupe, dem auch der Betrachter folgen muss, ist ein wesentlicher Teil ihrer Maltechnik. Dies zeigt sich durchgängig in den verschiedenen Mal- und Stilrichtungen, die Lara Leon-Ser im Laufe ihrer Studienjahre erprobt und entwickelt hat.

Doch selbst da, wo Szenisches eher in Abstraktes, wo Formen in Flächen mit selbständiger Bedeutung übergehen, wenn die oft geradezu fotografische Detailtreue verlassen und die Kreativität sich in opulenten Farbfontänen Bahn bricht, bleibt die Suche nach dem Wesenskern.

Trotz der Vielfalt der Motive kommt sie immer wieder zur Darstellung des Menschen zurück, den sie uns in seiner Individualität, eben im „Menschlichen“ präsentiert. Es scheint, als wolle sie den Betrachter sehr direkt auffordern, sich über ihre Motivation und Aussage Gedanken zu machen und unseren Blick von der sichtbaren Oberfläche in die Bedeutung und Emotionalität zu lenken, sich berühren zu lassen, im Sinne des „Mit-Gefühls“ .

Portrait: © Julia Krasovskaya
Fotos der Kunstwerke: © Lara Leon-Ser