Beatrix Deus

Gegenstandlose Malerei, aber „abstrakt“ zu sagen wäre falsch; „optische Kompositionen“ träfe es hilfsweise schon besser. Manchmal lauscht man (guter, also einem selbst gefälliger) Musik, schließt die Augen – und kommt auf andere Gedanken; man kommt ans Träumen. Sieht man Bilder von Beatrix Deus, wird man von ihnen wahrscheinlich magisch angezogen (was ein Verschließen der Augen verhindert) – und man kommt auf andere Gedanken, man kommt ans Träumen. Womit Wirkung und Sinn, Kraft und Genialität ihrer Mal- und Darstellkunst ziemlich umfassend beschrieben sind.

Bilder, die durch die Ruhe und zugleich mächtig Energie ausstrahlende Harmonie trance-ähnliche Gedankenrhythmen erzeugen, eben genau so wie liebgewonnene Musik. Bild-Symphonien sind das, viel mehr als nur Akkorde; aus denen setzen sie sich zusammen, mal Dur und mal Moll in den Farben, mal furioso und mal largho in den Formen, mal piano und mal crescendo in den Flächen. Bilder wie Rhythmen, nach denen die Gedanken tanzen können; Sujets und Strukturen, die wie Evergreens im Gedächtnis bleiben.

Zuweilen erhalten die Bilder durch Applikationen eine dritte Dimension, was die Licht-Schatten-Wirkung so verfeinert, als stiege man vom blechernen Grammophon aufs feinstes HiFi um. Zum Glück für der Betrachter Seelen donieren aber nicht die Bässe, sondern jubilieren die Obertöne.

Portrait: © Andreas Deus, Deus Werbung
Fotos der Kunstwerke: © Beatrix Deus